2. FLOTT VON A NACH B OHNE CO2

Die meisten Aschaffenburgerinnen und Aschaffenburger wären gerne mehr zu Fuß, mit Rad oder Bus in unserer Stadt unterwegs. Doch die jahrzehntelange ausschließliche Förderung des Autos hat tiefe Spuren hinterlassen. Die Folge: Das eigene Auto ist sehr oft die einfachste und schnellste Wahl, sind die Wege mit dem Fahrrad doch gefährlicher – man denke nur an zugeparkte Radwege – und mit dem Bus oft umständlicher und langsamer als nötig. Das können wir mit einer grünen Mobilität ohne Stau und mit deutlich weniger CO2 ändern.

 

Mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer

Wir GRÜNE fordern eine öffentliche Diskussion der Varianten zur Aschaffenburger Innenstadtberuhigung. Mit dem Grünen Umweltring haben wir einen konkreten und umsetzbaren Vorschlag vorgelegt, der alle Verkehrsarten gleichberechtigt berücksichtigt und die Innenstadt für alle attraktiver macht. Der Umweltring bietet auch eine gute Möglichkeit, die Miteinanderzone vom zunehmenden Radverkehr zu entlasten, da durch ihn eine für Radler schnelle und sichere Umfahrung der Fußgängerzonen erst möglich wird. Und außerdem: Wo mehr gelaufen und geradelt wird, gibt es weniger Staus und damit auch weniger Umweltbelastung in der Stadt (siehe: Kapitel 1,„Stadtentwicklung“).

 

Mit dem ÖPNV besser ans Ziel

Die Bahn ist das Rückgrat eines leistungsfähigen öffentlichen Mobilitätsangebots. Deshalb reicht es nicht aus, sich nur auf das Busangebot innerhalb Aschaffenburgs zu konzentrieren. Aus diesem Grund machen wir GRÜNE uns für die Reaktivierung der Bachgaubahn von Aschaffenburg nach Großostheim stark. Neue Bahn-Haltepunkte sollen in Leider am Schulzentrum sowie in Nilkheim entstehen. Zudem wollen wir die Elektrifizierung der Maintalbahn nach Miltenberg und der Hafenbahn sowie den Ausbau des Bahnverkehrs ins benachbarte Hessen vorantreiben.

Auch für die vielen Pendler der Rhein-Main-Region und des bayerischen Untermains müssen ideale Bedingungen geschaffen werden. Uns GRÜNEN ist es wichtig, den öffentlichen Nahverkehr auch in die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main auszubauen. Deshalb muss es in Zukunft eine enge Zusammenarbeit mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) geben.

 

365-Euro-Jahreskarte für alle

Um den Nahverkehr preislich attraktiv zu machen, wollen wir GRÜNE eine 365-Euro-Jahreskarte für Erwachsene anbieten. Sie fahren damit für einen Euro am Tag. Für Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler und Schülerinnen sowie Auszubildende, die in Aschaffenburg wohnen, werden wir in der Stadt einen Nulltarif einführen. Studenten wird ein Semesterticket angeboten, dass auch mit dem RMV verknüpft sein muss.

Pro Tag kommen cirka 32.600 Menschen (Stand 2018) zur Arbeit nach Aschaffenburg, etwa 15.000 Aschaffenburger und Aschaffenburgerinnen pendeln in andere Städte, zum größten Teil in Richtung Rhein-Main-Gebiet. Ein morgendlicher Blick auf die Straßen der Region zeigt deutlich, dass Alternativen dringend nötig sind.

 

Bustarife deutlich senken

Wir GRÜNE werden deshalb darauf achten, dass die Aschaffenburgerinnen und Aschaffenburger künftig mit dem öffentlichen Personennahverkehr besser an ihr Ziel kommen. Dazu muss der ÖPNV in der Stadt und der Region leistungsfähig ausgebaut werden, wofür die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen sind. Als einen wesentlichen Schritt zur Verlagerung des Individualverkehrs auf den ÖPNV streben wir GRÜNE eine deutliche Senkung der Bustarife an. Busfahren darf nicht teurer sein als das Parken in der Stadt.

Der regionalen Nahverkehrsplan macht bereits gute Vorschläge für neue Buslinien in Aschaffenburg. Sie müssen jetzt verwirklicht werden. Wir GRÜNE setzen uns für die Idee ein, das aktuelle, rein sternförmig zum Bahnhof führende Busliniensystem zu ergänzen – damit man direkt von Stadtteil zu Stadtteil fahren kann. Besonders wichtig zum Beispiel: die Verbindung vom Wohngebiet Schweinheim nach Nilkheim sowie eine Direktverbindung von Leider nach Nilkheim.

 

Zu Fuß gehen

Zu Fuß gehen ist die natürlichste und einfachste Möglichkeit, sich fortzubewegen. Wir wollen für den städtischen Haushalt einen höheren Etat zur Sanierung und Barrierefreiheit von Fußwegen durchsetzen. Um die vergessenen und zugewachsenen Fußwege wieder herrichten zu können, werden wir den aus anderen Bundesländern bekannten „Fußverkehrs-Check“ auch für Aschaffenburg einführen. Er hilft, Schwachpunkte bei Fußwegverbindungen aufzudecken und den Fußverkehr als eigenständige Mobilitätsform in den Blickpunkt zu rücken. Solch eine Überprüfung würde auch den Konflikten in der Fußgängerzone sowie an den Fußgängerquerungen über Straßen auf den Grund gehen – damit gemeinsame Lösungen gefunden werden und auch in der Miteinanderzone das Miteinander weiter im Vordergrund steht.

In der Altstadt ist ein gut begehbares Pflaster wichtig für ein angenehmes Zufußgehen und für die Fortbewegung im Rollstuhl, mit Rollator oder Kinderwagen. Der sanierte Roßmarkt und die aktuell laufende Sanierung der Pfaffengasse sind hierbei Vorbild für andere Innenstadtstraßen.

Zum Schutz der Fußgänger sowie von Rollstuhlfahrern und -fahrerinnen muss das Parkverbot in der Altstadt konsequent durchgesetzt werden. Bei der Sanierung von Straßen und Fußwegen ist immer auf Barrierefreiheit zu achten.

 

Fair im Straßenverkehr

Gegenseitige Rücksichtnahme gehört für uns zu den Grundpfeilern im Straßenverkehr. Das bedeutet: als Autofahrer Geh- und Radwege nicht zuzuparken, sich an die Schrittgeschwindigkeit zu halten und als Radfahrer die Fußgänger nicht zu behindern.

Hierzu gehört auch, dass Fehlverhalten kontrolliert und sanktioniert wird. Deshalb investieren wir in eine stärkere städtische Verkehrsüberwachung in Zusammenarbeit mit der Polizei, die sich vorrangig um gefährdendes Verhalten kümmert.

 

Auf‘s Rad setzen!

Unser Aschaffenburger Radverkehrskonzept zeigt langsam Wirkung. Die Brentano-Achse, die Umgestaltung der Alexandrastraße, aber auch die Schaffung der Fahrradspur auf der Schillerstraße zum Schulzentrum sind Beispiele gelungener Radverkehrsführungen, die auch von den Aschaffenburgern und Aschaffenburgerinnen angenommen werden. Leider aber stockt die Umsetzung des Konzepts noch immer. Gerade die Beseitigung sicherheitskritischer Punkte aus dem Mängelkatalog geht nur sehr langsam voran. Dies liegt fast ausschließlich daran, dass im Haushalt nicht genügend Geld für den Radverkehr zur Verfügung gestellt wird. Wir GRÜNE werden deshalb im städtischen Haushalt – wie im Radverkehrskonzept vorgeschlagen – den Betrag für den Radverkehr auf jährlich 18 Euro pro Einwohner und damit auf insgesamt 1,3 Millionen Euro erhöhen.

Wenn mehr Menschen in Aschaffenburg auf das Fahrrad umsteigen, benötigen wir weitere geeignete Abstellanlagen. Die Zahl der Fahrrad-Parkplätze konnten wir in den vergangenen Jahren stetig erhöhen – aktuell auf knapp 1140. Dieses Angebot deckt aber bei weitem nicht die Nachfrage, wenn man bedenkt, dass es in Aschaffenburg geschätzt 70.000 Fahrräder gibt. Deshalb wollen wir GRÜNE weitere Fahrrad-Parkplätze mit sicheren Abstellmöglichkeiten schaffen, nicht nur am Bahnhof und am Rathaus, sondern auch in den Wohnquartieren der Innenstadt, zum Beispiel im Brentanoviertel.

In Verlängerung des Radwegs entlang der Ringstraße wollen wir den Bau einer ersten Rad- und Fußgängerbrücke von der Goldbacher Straße über die Bahn nach Damm prüfen. Dies würde eine große Lücke im städtischen Hauptradwegenetz schließen.

 

Smart mobil ohne eigenes Auto

„Heute nehme ich den Bus und das Fahrrad, morgen die Bahn, den Fernbus oder eine Mitfahrgelegenheit – und zum Großeinkauf das Carsharing-Auto.“ So denken und leben viele junge Menschen, die gar kein eigenes Auto mehr haben wollen. „Smart Mobility“ – die intelligente digitale Vernetzung der Verkehrsmittel – wird solches Mobilitätsverhalten erleichtern. Die Förderung von Carsharing ist eine gute Möglichkeit, bei Bedarf auf ein Auto zugreifen zu können. Hierfür müssen Carsharing-Angebote vernünftig in das Bus- und Bahnkonzept integriert sein. Zudem muss es an den Carsharing-Standorten genügend Fahrradstellplätze geben. Um den Aschaffenburgerinnen und Aschaffenburgern ein Leben ohne Auto leichter zu machen, werden wir GRÜNE auch den Aufbau eines Verleihsystems für Lastenräder fördern.

 

Mobilitätsflatrate für Aschaffenburg.

Für einen festen Betrag mit dem Bus fahren, Carsharing und Leihräder nutzen: Mit einer solchen Mobilitätsflatrate wollen wir Grüne erreichen, dass mehr Menschen in Aschaffenburg künftig auf ein eigenes Auto verzichten können. Anbieter dieses umweltfreundlichen Pakets sollten die Stadtwerke sein. Für einen preiswerten monatlichen Festpreis können die Nutzerinnen und Nutzer sowohl beliebig oft den öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet nutzen als auch auf Carsharing oder Leihräder umsteigen.


Diskutieren Sie mit uns unser Kommunalwahlprogramm 2020 –
an unseren Wahlständen oder online. Denn unsere Stadt lebt davon,
dass die Menschen das Wort ergreifen.

 

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